Borderline-Syndrom - Ursachen, Symptome & Behandlung (2022)

Das Borderline-Syndrom oder Borderline-Störung ist eine psychische Erkrankung aus dem Bereich der Persönlichkeitsstörungen. Die Betroffenen leiden an einem Mangel sozialer Kompetenzen. Besonders sind die zwischenmenschlichen Beziehungen zu anderen Menschen von einer krankhaften Instabilität gekennzeichnet. Auch starke Stimmungsschwankungen treten häufig auf. Der Blick auf sich selbst (Selbstbild) ist starken Verzerrungen ausgesetzt. Angststörungen, Wut und Verzweiflung treten hinzu.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist das Borderline-Syndrom?
  • 2 Ursachen
  • 4 Verlauf
  • 5 Komplikationen
  • 6 Wann sollte man zum Arzt gehen?
  • 9 Das können Sie selbst tun
  • 10 Quellen

Was ist das Borderline-Syndrom?

Borderline-Patienten haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Emotionen und Impulse einzuordnen und zu kontrollieren. Sie geben ihren Gefühlen schnell nach, ohne eventuelle Konsequenzen abzuwägen.
© Jan H. Andersen – stock.adobe.com

Das Borderline-Syndrom ist eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen in extremen psychischen Spannungen leben, die quälend und diffus sind. Die genaue Klassifizierung des Syndroms ist bis heute umstritten. Borderline-Syndrom bezeichnet allgemein "Grenzlinie" oder "grenzwertig" und entstand als Begriff zunächst einmal, weil damit Symptome zusammengefasst wurden, die Ärzte zwischen der neurotischen und psychotischen Störung ansiedelten.

Zunächst als Verlegenheitsdiagnose verstanden, ist das Borderline-Syndrom aber mittlerweile als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Demnach handelt es sich beim Borderline-Syndrom um eine spezifische Persönlichkeitsstörung, die eben durch Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen und extremer Impulsivität, Stimmungsschwankungen und verzerrtem Selbstbild gekennzeichnet ist.

(Video) Borderline: Symptome (Emotional instabile Persönlichkeitsstörung)

Neben dem Begriff Borderline-Syndrom werden auch die Bezeichnungen emotional instabile Persönlichkeitsstörung oder Borderline-Persönlichkeitsstörung (kurz: BPS) im Fachjargon verwendet.

Ursachen

Die Hintergründe für das Borderline-Syndrom sind nicht genau geklärt. Die Forschung hat bislang feststellen können, dass sich das Syndrom vor allem bei Personen entwickelt, die über längere Zeit sexuell missbraucht wurden, starke Ablehnung als Kind erfahren haben, emotional vernachlässigt wurden oder körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. Insofern sind Borderliner schwer traumatisierte Menschen, die extremen Angstzuständen ausgesetzt sind.

Wer und wie viele Menschen mit solchen Traumata ein Borderline-Syndrom aufweisen ist nicht gesichert, weil das Krankheitsbild nach wie vor nicht immer erkannt oder genau diagnostiziert wird. Allerdings gehen Schätzungen davon aus, dass 1 bis 2 Prozent einer Bevölkerung im Schnitt betroffen sind. Rund 70 Prozent aller Betroffenen sind Frauen. Auf Grundlage dieser Schätzung wäre Borderline häufiger verbreitet als andere psychische Krankheiten wie die Schizophrenie.Auch genetische Ursachen können das Borderline-Syndrom hervorrufen.

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Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Borderline-Patienten haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Emotionen und Impulse einzuordnen und zu kontrollieren. Sie geben ihren Gefühlen schnell nach, ohne eventuelle Konsequenzen abzuwägen. Dazu gehören beispielsweise Wutausbrüche, für die bereits geringfügige Gründe ausreichen. Auch Stimmungsschwankungen zählen zu den typischen Symptomen: Borderliner erleben starke Gefühlsstürme, die zwar auch positiver Art sein können, jedoch meist kurzfristig sind und eine starke innere Unruhe bei ihnen auslösen.

In diesem Zusammenhang neigen viele Patienten zu einem selbstzerstörerischen Verhalten. Sie „ritzen“ sich, verletzen also eigene Körperteile mit Messern oder Rasierklingen. Die Selbstzerstörung kann sich auch in einem starken Konsum von Alkohol oder Drogen äußern. Häufig gehen Patienten Risiken im Straßenverkehr ein oder setzen sich ungeschütztem Sexualverkehr aus.

Oft drohen sie mit Suizid oder versuchen tatsächlich, sich das Leben zu nehmen. Unter Stress kommt es häufig zu einem Realitätsverlust. Man spricht dabei von dissoziativen Symptomen, das heißt, die Wahrnehmung der Patienten verändert sich. Sie nehmen ihre Umwelt als unwirklich wahr und haben das Gefühl, fremd oder losgelöst von ihrer eigenen Person zu sein.

Viele Patienten erleben auch ein andauerndes Gefühl der Leere – ihr Leben erscheint ihnen langweilig und ziellos. Gleichsam haben sie oft Angst, alleine zu sein und gehen Beziehungen ein, die sich aufgrund der Symptomatik jedoch häufig als instabil erweisen.

(Video) Persönlichkeitsstörung: Borderline-Syndrom | Asklepios - Birger Dulz

Verlauf

Die Spannungszustände bei Personen mit Borderline-Syndrom sind durch Depressionen, die bei fast allen Borderlinern auftauchen, und dem Gefühl innerer Leere auf der einen Seite und starker Impulsivität gekennzeichnet. Borderliner haben kein Gefühl von "Normalität", sie schwanken zwischen emotionelen Extremen, leben in instabilen sozialen Beziehungen und neigen dazu, den starken inneren Druck, der plötzlich und unbegründet auftreten kann, durch extreme Verhaltensweisen zu ventilieren. In solchen Fällen kommt es dazu, dass sich Betroffene selbst verletzen oder sich in Extremsituationen begeben.

Typische Verhaltensweisen sind exzessiver Drogenkonsum, waghalsiges Autofahren oder das Balancieren auf Brückengeländern. Solches Hochrisikoverhalten dient dazu, Ohnmachtsgefühle wieder zu stabilisieren und eine Selbstermächtigung herzustellen.

Borderliner sind ihren Stimmungsschwankungen oft hilflos ausgeliefert. Das Sozialverhalten von Menschen mit Borderline-Syndrom ist damit wenig einschätzbar, da es immer wieder zu affektiven Kurzschlüssen kommt und keinerlei Impulskontrolle vorhanden ist, die für die Außenwelt oftmals überhaupt nicht nachvollziehbar ist.

Komplikationen

Körperliche Komplikationen sind beim Borderline-Syndrom möglich, wenn der Betroffene selbstschädigendes oder selbstverletzendes Verhalten ausübt. Schnitte und Verbrennungen sind weit verbreitet. Aufgrund von Angst, mangelndem Selbstwertgefühl oder anderen Gründen suchen die Betroffenen nicht in jedem Fall rechtzeitig Hilfe auf. Die Wunden können sich dadurch entzünden oder verheilen schlecht. Schäden an Muskeln und Nerven sind ebenfalls möglich. Beim Borderline-Syndrom besteht außerdem ein erhöhtes Suizidrisiko.

Umgekehrt nutzen einigen Borderline solche Verletzungen jedoch, um Fürsorge zu erfahren. In diesem Fall kann eine mentale Abhängigkeit von der medizinischen Versorgung entstehen. Da der Betroffene in diesem Fall häufig medizinische Hilfe in Anspruch nimmt, sind jedoch auch negative Folgen der Versorgung möglich, zum Beispiel Hospitalismus.

Vielen Menschen mit Borderline-Syndrom fällt es schwer, langfristig Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen. Die Symptome der Persönlichkeitsstörung führen häufig zu Konflikten. Einige Betroffene zeigen widersprüchliches Verhalten, indem sie nahestehende Personen einerseits bei sich haben wollen, doch sich andererseits von ihnen distanzieren. Dadurch bleiben ihre eigentlichen emotionalen Bedürfnisse oft unerfüllt.

Soziale Isolation ist eine weitere Komplikation, die sich aus dem ambivalenten Sozialverhalten entwickeln kann. Psychotische oder dissoziative Symptome können außerdem zu Orientierungsstörungen oder zur vorübergehenden Handlungsunfähigkeit im Alltag führen.

Darüber hinaus tritt Borderline häufig gemeinsam mit anderen psychischen Problemen auf, vor allem mit Angst- und Zwangsstörungen, posttraumatischer Belastungsstörung, Substanzabhängigkeit oder schädlicher Gebrauch von Substanzen, Essstörungen und ADS/ADHS.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer mindestens fünf der folgenden neun typischen Symptome für das Borderline-Syndrom an sich erkennt, sollte zum Arzt gehen:

(Video) Was ist Borderline? - So erkennst du die Störung

  • Niedrige Wut-Reizschwelle und unkontrollierbare Wutausbrüche, die in körperlicher Gewalt enden können
  • Selbstverletzendes Verhalten, wie das Ritzen der Haut oder das Zufügen von Verbrennungen bis hin zum Suizidversuch, Drogenkonsum und Essstörungen
  • Plötzlicher Impuls zu extremer Risikobereitschaft, die lebensgefährdend sein kann, wie z. B. Rasen auf der Autobahn, Klettern auf Brückengeländer usw.
  • Starke Trennungs– und Verlustängste und ständige Angst vor dem Alleinsein
  • Innere Leere, andauernde Langeweile und Ziellosigkeit
  • Extreme und nicht kontrollierbare Gefühlsschwankungen, deren negative Phasen immer länger werden
  • Instabile zwischenmenschliche Beziehungen durch das ständige Schwanken zwischen Anklammerung und Abweisung, Schwarz-Weiß-Denken
  • Realitätsverlust, durch das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein und Gefühle losgelöst von der eigenen Person zu erleben
  • Identitätsstörungen in Form von plötzlich auftretender Unsicherheit darüber, wer man ist und was man kann

Behandlung & Therapie

In der Medizin und Psychologie ist man sich nicht einig, wie man das Borderline-Syndrom behandeln soll. Psychotherapeutischen Zugängen werden allgemein keine besonders großen Resultate bescheinigt. Erfolgreicher haben sich verhaltentherapeutische Ansätze erwiesen, bei denen den Patienten aufgezeigt wird, wie sie in Extremsituationen neue Verhaltensmuster ausbilden können und diese langfristig verinnerlichen.

Dabei gibt es wiederum unterschiedliche Schulen, die eher unterstützend oder konfrontativ ausgerichtet sind. Da beim Borderline-Syndrom traumatische Erfahrungen der Kindheit zum Ausdruck kommen werden spezielle Traumatherapien auch empfohlen, wobei sich die Wissenschaft einig ist, dass es dabei nicht zu Re-Traumatisierungen kommen sollte.

Die Wahl der richtigen Therapiemethode beim Borderline-Syndrom ist letztlich jedoch abhängig vom Betroffenen selbst. Standardisierte Vorgehensweisen zeigen selten die gewünschte Wirkung. Daneben wird es immer als besonders hilfreich angesehen, das soziale Umfeld in eine Therapie einzubeziehen. Behandlungen mit Arzneimitteln, die so genannte Medikation, kann das Borderline-Syndrom als Ganzes nicht therapieren, sondern höchstens einzelne Symptome bekämpfen.

Aussicht & Prognose

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung hält typischerweise über mehrere Jahre hinweg an. In der Regel verläuft das Borderline-Syndrom mit zunehmendem Alter milder. Dabei können die Symptome so weit zurückgehen, dass die diagnostischen Kriterien für die Persönlichkeitsstörung nicht mehr erfüllt werden. Häufig bleibt jedoch ein Rest der Symptome zurück. Dieser Rest muss jedoch keinen Krankheitswert besitzen, sondern kann auch einen Teil des normalen Persönlichkeitsspektrums bilden.

Gleichzeitig gilt ein höheres Alter jedoch auch als Risikofaktor für Suizidversuche, die mit dem Tod des Betroffenen endeten. Auch Impulsivität, Depressionen und Missbrauch in der frühen Kindheit erhöhen das statistische Suizidrisiko. Darüber hinaus kann eine weitere Persönlichkeitsstörung neben dem Borderline-Syndrom auftreten und die Aussicht auf eine Besserung reduzieren.

Die dependente, ängstlich-vermeidende und paranoide Persönlichkeitsstörung treten dabei besonders häufig auf. Wenn die Borderline-Persönlichkeit unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung leidet, ist das Suizidrisiko ebenfalls erhöht. Bei diesen Angaben handelt es sich jedoch um allgemeine Aussagen – der individuelle Verlauf der Borderline-Persönlichkeitsstörung kann vom Durchschnitt abweichen.

In einer Studie zeigte sich, dass sechs Jahre nach der Diagnose noch ein Drittel der Patienten unter dem Borderline-Syndrom litt. Ein deutlicher Rückgang war bereits nach zwei Jahren zu verzeichnen. Die Entwicklung und Verbreitung von spezifischen Therapien wie der dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) führte in den letzten fünfzehn Jahren zu einem verbesserten Hilfsangebot für Patienten.

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(Video) Borderline Störung - Symptome und Entstehung der Borderline Persönlichkeitsstörung

Das können Sie selbst tun

Betroffene eines Borderline-Syndroms können sich im Alltag vor impulsiven Handlungen mit negativen Konsequenzen schützen, indem sie sich Situationen, die übermäßig negative oder positive Wahrnehmungen und Handlungen begünstigen, gelegentlich entziehen. Hierfür kommen regelmäßige Ruhepausen in Betracht, in welchen sich der Betroffene aus Gesprächen und anderen Interaktionen für eine gewisse Zeit ausklinkt.

Während dieser Pausen sollten Betroffene sich aber nicht mit ihrer Wahrnehmung der Ereignisse beschäftigen, sondern vielmehr ein wenig Abstand zum Geschehenen - ob es nun etwas Gutes oder Schlechtes war, ist nicht relevant - gewinnen. Hierfür kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht, die zum Beispiel lautes Musikhören, das Selbstmassieren mittels Massagebällen oder das Lösen von kleinen Puzzles beinhalten können. Die Möglichkeiten zur vorübergehenden Ablenkung sind mannigfaltig und können von Betroffenen selbst erforscht und gefunden werden.

Die vorübergehende Distanzierung von Gefühlen im Bezug auf sich selbst und ihr Umfeld, hilft Betroffenen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, anschließend reflektierter und weniger impulsiv wieder in die soziale Rolle einzusteigen. So können auftretende - mitunter objektiv grundlose - Konflikte im Vorfeld verhindert werden.

Auch sollte das Umfeld der betroffenen Personen miteinbezogen werden. Eine Kommunikation über das Empfundene hilft allen Beteiligten im alltäglichen Umgang. Regelmäßige Aussprachen, die einer gewissen Struktur folgen, machen das Emotionale besser verständlich und ermöglichen Menschen mit dem Borderline-Syndrom im Nachhinein oftmals eine bessere Einschätzung und Neubewertung einer Situation.

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H.(Hrsg.): Internationale Klassifikation psychischer Störungen – ICD 10, Kapitel V (F), klinisch-diagnostische Leitlinien. Huber, Bern 2011
  • Möller, H.-J.: Therapie psychischer Erkrankungen. Thieme, Stuttgart 2006

Letzte Aktualisierung am: 10. November 2021

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(Video) Borderline | Definition und Ursachen

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FAQs

Was sind Auslöser für Borderline? ›

Heute wird davon ausgegangen, dass genetische Faktoren einen erheblichen Anteil an der Entstehung der Borderline-Störung haben. Zugleich fördern bestimmte Lebenserfahrungen, ungünstige Grundeinstellungen und schädliche Verhaltensmuster die Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Persönlichkeitsstörung.

Was ist typisch für Borderline? ›

Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlen sich innerlich zerrissen, haben ein gestörtes Selbstbild und eine gestörte Körperwahrnehmung. Sie leiden unter massiven Ängsten vor dem Alleinsein und instabilen Beziehungen.

Was mögen borderliner nicht? ›

Betroffene finden keine Beständigkeit und Sicherheit, keine überdauernde Identität in ihrem Inneren und in ihrem Verhalten. Es gelingen ihnen keine Beziehungen, in denen sie Halt finden. Es fällt auf, dass Ähnlichkeiten zu Verhaltens- und Erlebensweisen bestehen, die für das Jugendalter durchaus typisch sein können.

Wie bricht Borderline aus? ›

Modelle zur Entstehung der Borderline-Störung

Häufig sind ein oder mehrere traumatische Erlebnisse (z.B. sexueller Missbrauch) die Auslöser. Auch können Verlusterlebnisse in der Kindheit, emotionale Vernachlässigung, Konflikte im Jugendalter sowie eine überbehütete Kindheit Ursachen für Bordeline – Störungen sein.

Kann Borderline wieder verschwinden? ›

Es existieren keine Medikamente, die eine Borderline-Störung alleine heilen können. In den letzten Jahren wurde aber festgestellt, dass es durchaus Medikamente gibt, welche stabilisierend und unterstützend eingesetzt werden können.

Was verschlimmert Borderline? ›

Welche Risikofaktoren können eine Borderline-Erkrankung verschlimmern? Wenn Kinder bereits sehr früh massiv belastenden Situationen, wie eine Suchterkrankung eines oder beider Elternteile, Gewalt oder Armut, ausgesetzt waren, begünstigt dies die Entstehung einer Borderline-Störung.

Was ist positiv an Borderline? ›

Borderliner sind in der Regel sehr sensibel und können sich leicht in die Gedanken und Gefühle anderer Menschen hineinversetzen. Kaum jemand bringt seinem Partner so viel uneingeschränkte Begeisterung entgegen – auch wenn das Zusammenleben manchmal anstrengend ist.

Sind Borderliner gerne alleine? ›

Sie lehnen sich und den eigenen Körper ab. Sie können sehr schwer alleine sein, es fällt ihnen aber auch nicht leicht Beziehungen einzugehen. Oft scheitern partnerschaftliche Beziehungen, weil der gesunde Partner mit den Gefühls-, Stimmungs- und Selbstwertschwankungen des Borderline-Betroffenen nicht zurechtkommt.

Wie Verhalten sich Borderliner im Alltag? ›

Betroffene erleben oft extreme Gefühle und Stimmungsschwankungen. Die emotionalen Spannungen zeigen sich häufig in Beziehungen. Patienten beschreiben es Dulz zufolge oft so: „Es geht nicht mit anderen, und es geht nicht ohne andere. “ Betroffene schwanken zwischen dem Aufbauen von Nähe und Distanz.

Welche Medikamente helfen bei Borderline? ›

Patienten mit Borderline, die unter starken Angstzuständen leiden, verschreibt der Arzt oder Psychiater oft Benzodiazepine wie zum Beispiel Lorazepam. Diese Medikamente haben jedoch starken Sucht-Charakter und es wird empfohlen, sie nur kurze Zeit einzusetzen.

Wie wirken Borderliner auf andere? ›

Auswirkungen auf das Fühlen

Stimmungsschwankungen: Borderline-Betroffene erleben schnelle Stimmungswechsel. Zusätzlich sind sie sehr empfänglich für die Stimmungen ihrer Mitmenschen. (...) Wut: Betroffene haben oft eine große Wut in sich, die sie nicht kontrollieren können.

Wie sieht der Borderliner sich selbst? ›

Ihr Selbstbild sowie ihr Selbstwertgefühl sind phasenweise sehr gering ausgeprägt. Sie leiden oft unter großer Angst, verlassen zu werden. Viele erleben ein chronisches Gefühl von innerer Leere. Einige haben intensive Wutausbrüche oder Schwierigkeiten, die eigene Wut zu kontrollieren.

Wie Lügen Borderliner? ›

Viele Menschen mit Borderline lügen zudem häufig. Entweder, weil Fehler in ihrem schwarz-weiß geprägten Weltbild keinen Platz haben oder aus Furcht, verlassen zu werden.

Was macht Borderliner wütend? ›

Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu beherrschen und sind sehr labil in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und ihrer Stimmung. Sie haben massive Wutausbrüche und sind oft unfähig, Spannungen abzubauen und richten diese gegen sich selbst.

Wie streiten Borderliner? ›

Andererseits ertragen sie die Nähe dann oft nur schwer und empfinden Angst, Schuld oder Scham. Werden die negativen Gefühle zu groß, verursachen Borderline-Betroffene manchmal einen Streit, um sich aus der für sie unangenehmen Nähe-Situation zu lösen. In extremen Fällen kommt es auch gleich zur Trennung.

Sind Borderliner bösartig? ›

Sobald irgendwas an der Situation nicht mehr ganz genau „stimmt“, entstehen tiefe Ängste, die Wahrnehmung kippt ins Gegenteil um – und dieselbe Situation (oder derselbe Mensch) kann nun nur noch als beängstigend, widerwärtig, bösartig empfunden werden.

In welchem Alter bricht Borderline aus? ›

Die Borderline-Störung bricht bei den meisten Menschen im frühen Erwachsenenalter aus. Bis zum 30. Lebensjahr sind die Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben am schlimmsten, danach stabilisiert sich der Verlauf meist.

Können Borderliner weinen? ›

Erstens, ob BPS Patienten seltener oder häufiger weinen als Depressionspatienten. Zweitens, ob BPS Patienten die ein oder andere bestimmte Form des Weinens häufiger zeigen im Vergleich zu Depressionspatienten.

Wer ist anfällig für Borderline? ›

Besonders anfällig sind jene Menschen, die bereits in der frühen Kindheit missbraucht wurden oder körperliche und seelische Gewalt erleben mussten – im Besonderen dann, wenn die eigene Familie darin involviert war.

Kann sich ein Borderliner ändern? ›

Borderline galt lange als grundlegende Störung der Persönlichkeit. Eine Therapie schien über das schlichte Krisenmanagement hinaus wenig ausrichten zu können. Doch jetzt verdichten sich die Hinweise, dass sich die auffällig veränderten Hirnaktivitäten wieder normalisieren können.

Wie äußert sich Borderline bei Frauen? ›

Schwierigkeiten, die Impulse und Gefühle zu kontrollieren, sind charakteristische Borderline-Symptome. Borderline-Patienten rasten auch bei Kleinigkeiten schnell aus und sind streitsüchtig, vor allem wenn sie daran gehindert werden, ihre Impulse auszuleben. Wutausbrüche gehören zu ihrem Alltag.

Wie intelligent sind Borderliner? ›

Viele Menschen mit BPD sind intelligent und kre- ativ, schaffen es aber, solange sie krank sind nicht, ihre Talente erfolgreich zu nutzen. Sie können ihre Ausbildung nicht beenden und arbeiten auf einem Niveau unterhalb ihrer Fähigkeiten.

Haben Borderliner eine eigene Meinung? ›

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung neigen dazu, ihre Meinung über andere abrupt und dramatisch zu ändern. Sie können beispielsweise jemanden früh in der Beziehung idolisieren, viel Zeit mit ihnen verbringen und alles mit ihnen teilen.

Haben Borderliner Mitgefühl mit anderen Menschen? ›

Offenbar, schließen daraus Psychologen, haben Borderline-Patienten Schwierigkeiten mit der Empathie, mit dem Einfühlungsvermögen in andere Menschen. Ganze Therapieprogramme bauen darauf auf.

Wie geht ein Borderliner mit Kritik um? ›

Die Angst, wieder enttäuscht und im Stich gelassen zu werden, führt bei Betroffenen zu ständiger Wachsamkeit. Bei Zurückweisung, Kritik und Enttäuschung reagieren Borderline-Betroffene schnell mit einer starken Ablehnung und Entwertung des Gegenübers.

Kann sich ein Borderliner ändern? ›

Borderline galt lange als grundlegende Störung der Persönlichkeit. Eine Therapie schien über das schlichte Krisenmanagement hinaus wenig ausrichten zu können. Doch jetzt verdichten sich die Hinweise, dass sich die auffällig veränderten Hirnaktivitäten wieder normalisieren können.

Wie sieht der Borderliner sich selbst? ›

Ihr Selbstbild sowie ihr Selbstwertgefühl sind phasenweise sehr gering ausgeprägt. Sie leiden oft unter großer Angst, verlassen zu werden. Viele erleben ein chronisches Gefühl von innerer Leere. Einige haben intensive Wutausbrüche oder Schwierigkeiten, die eigene Wut zu kontrollieren.

Wie Verhalten sich Borderliner wenn Sie lieben? ›

Sie sind hin- und hergerissen zwischen der Suche nach Nähe, dem Wunsch nach Liebe, Aufmerksamkeit und Zuneigung sowie der Angst vor Verlust, vor zu viel Nähe und Abhängigkeit. Sie lieben schnell und intensiv, wechseln aber genauso sprunghaft und leidenschaftlich den*die Partner*in.

Wie merkt man dass man Borderline hat? ›

Diagnose
  1. ein chronisches Gefühl der Leere.
  2. starke Stimmungsschwankungen (z.B. heftige Wutausbrüche), die zwischen wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern können.
  3. mangelnde Kontrolle über diese Schwankungen.
  4. unbeständige zwischenmenschliche Beziehungen.
  5. instabiles Selbstbild mit teilweise exzessiver Selbstkritik.

Was ist positiv an Borderline? ›

Borderliner sind in der Regel sehr sensibel und können sich leicht in die Gedanken und Gefühle anderer Menschen hineinversetzen. Kaum jemand bringt seinem Partner so viel uneingeschränkte Begeisterung entgegen – auch wenn das Zusammenleben manchmal anstrengend ist.

Welche Medikamente helfen bei Borderline? ›

Patienten mit Borderline, die unter starken Angstzuständen leiden, verschreibt der Arzt oder Psychiater oft Benzodiazepine wie zum Beispiel Lorazepam. Diese Medikamente haben jedoch starken Sucht-Charakter und es wird empfohlen, sie nur kurze Zeit einzusetzen.

Was macht Borderliner wütend? ›

Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu beherrschen und sind sehr labil in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und ihrer Stimmung. Sie haben massive Wutausbrüche und sind oft unfähig, Spannungen abzubauen und richten diese gegen sich selbst.

Sind Borderliner gerne alleine? ›

Sie lehnen sich und den eigenen Körper ab. Sie können sehr schwer alleine sein, es fällt ihnen aber auch nicht leicht Beziehungen einzugehen. Oft scheitern partnerschaftliche Beziehungen, weil der gesunde Partner mit den Gefühls-, Stimmungs- und Selbstwertschwankungen des Borderline-Betroffenen nicht zurechtkommt.

Haben Borderliner Mitgefühl mit anderen Menschen? ›

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben Mitgefühl für eine andere Person, aber nur, wenn sie der Meinung sind, dass diese Person immer für sie da ist, wenn sie diese brauchen.

Wie äußert sich Borderline bei Frauen? ›

Zu den typischen Borderline-Symptomen gehören neben Stimmungsschwankungen auch heftige und anhaltende Gefühle („Gefühlsstürme“). Die Patientinnen und Patienten erleben häufig eine „Achterbahnfahrt“ ihrer Emotionen, die sie nicht (oder kaum) kontrollieren können.

Was sieht ein Borderliner im Spiegel? ›

Die Expertinnen und Experten sprechen bei dieser Art der Empathie von „Mentalisierung“. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung an Mentalisierungsdefiziten leiden und deswegen die Absichten und Motivationen von anderen Personen weniger gut einschätzen können.

Warum rasten Borderliner aus? ›

Borderline-Patienten rasten auch bei Kleinigkeiten schnell aus und sind streitsüchtig, vor allem wenn sie daran gehindert werden, ihre Impulse auszuleben. Wutausbrüche gehören zu ihrem Alltag. Hinter diesem explosiven Auftreten stecken meist starke Selbstzweifel.

Wie streiten Borderliner? ›

Andererseits ertragen sie die Nähe dann oft nur schwer und empfinden Angst, Schuld oder Scham. Werden die negativen Gefühle zu groß, verursachen Borderline-Betroffene manchmal einen Streit, um sich aus der für sie unangenehmen Nähe-Situation zu lösen. In extremen Fällen kommt es auch gleich zur Trennung.

Was ist der Unterschied zwischen Depression und Borderline? ›

Menschen mit Borderline-Syndrom (borderline = "Grenzlinie") haben oft weitere psychische Beeinträchtigungen, vor allem Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und dissoziative Symptome – das heißt, sie erleben sich selbst oder ihre Umgebung als unwirklich oder können sich zeitweise nicht an Aspekte ihrer ...

In welchem Alter tritt Borderline auf? ›

In der Kindheit kann "Borderline" als Diagnose grundsätzlich nicht vergeben werden. Meist beginnt die Symptomatik auch mit Beginn der Pubertät, um das 16. Lebensjahr herum. Dies kennzeichnet eine Persönlichkeitsstörung, dass die Symptome in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter beginnen.

Was Denken Borderliner über sich selbst? ›

Was denken Borderline-Patienten über sich selbst? Borderline-Patienten haben ein instabiles und wechselhaftes Selbstbild. Sie halten sich für autonom und spontan, während sie gleichzeitig denken, den anderen unbedingt zu brauchen und nicht allein sein zu können.

Videos

1. Borderline Persönlichkeitsstörung: Borderliner erkennen, verstehen und therapieren (Raphael Bonelli)
(RPP Institut)
2. Borderline – alles, was Du wissen musst #endthestigma | psychologeek
(psychologeek)
3. Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?
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4. 9 Borderline Symptome und Anzeichen einer Borderline Persönlichkeitsstörung
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5. Borderline - Symptome, Auswirkungen, Ursachen. Eine Einführung von Prof. Dr. Samuel Pfeifer
(Samuel Pfeifer Psychotherapie und Religion)
6. Was ist Borderline?
(SocialExpert)

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Author: Rev. Porsche Oberbrunner

Last Updated: 11/29/2022

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